Thermodur 2322

Bainitischer Warmarbeitsstahl für Schmiedegesenke

Schmieden ist einer der wichtigsten warmformgebenden Prozesse innerhalb der industriellen Fertigung. Schmiedeprozesse haben eine wichtige Bedeutung bei der Fertigung von Serienteilen in hohen Stückzahlen und dies in möglichst kurzen Takt- oder Produktionszeiten.

Die Anforderungen an die Produktionsteile sind im Wesentlichen durch die Forderungen des Verbrauchers vorgegeben. Die Werkzeuge – in diesem Fall die Schmiedegesenke – müssen entsprechend ausgelegt werden.

Schmiedegesenke sollten folgende prominente Eigenschaften aufweisen, um möglichst vielen Schmiedezyklen bei gleichbleibender Qualität standzuhalten:

  • Hohe Härte bei Schmiedetemperatur
  • Gute Zähigkeitseigenschaften bei höheren Temperaturen
  • Gute Zähigkeit, um schnell aufeinanderfolgenden Temperaturwechseln standzuhalten
  • Ausgezeichneter Verschleißwiderstand
  • Gute Anlassbeständigkeit, um gleichbleibende Materialeigenschaften über einen möglichst langen Produktionszyklus zu garantieren

     

    Für den Einsatz als Schmiedegesenk bietet Thermodur® 2322 Vorteile

    • Sehr guter Warmfestigkeit
    • Sehr guter Temperaturwechselbeständigkeit zur Vermeidung frühzeitiger Rissbildung
    • Guter Zähigkeit bei höheren Temperaturen
    • Ausgezeichneter Hochtemperatureigenschaften im Bereich der Einsatztemperatur von Schmiedegesenken (> 300 °C)

     

    Der Vergleich mit anderen für Schmiedegesenke verwendeten üblichen Warmarbeitsstählen zeigt, dass Thermodur® 2322 nicht nur mithalten kann, sondern in Teilbereichen deutliche Vorteile hat.

    Für den Werkzeugbauer sind wirtschaftliche Gründe bei der Gestaltung des Werkzeuges und somit der Wahl des richtigen Werkzeugstahls maßgeblich:

    • Gute Bearbeitbarkeit bei Raumtemperatur
    • Gute Schweißbarkeit
    • Geringe Verzugsneigung
    • Geringer Energieaufwand, z.B. durch Vermeidung von zusätzlichen Wärmebehandlungen
    • Geringerer CO2-Fußabdruck

     

    Das Legierungskonzept des Thermodur® 2322 trägt zur Vermeidung hoher Kosten für den Werkzeugbauer bei:

    • Geringer Nickelgehalt
    • Extrem geringe Verzugsneigung
    • Sehr gute Bearbeitbarkeit
    • Sehr gute Schweißbarkeit

     

    Der Thermodur®  2322 wird standardmäßig mit einer Härte 36 – 38 HRC ausgeliefert und bedarf nach einer Bearbeitung seitens des Werkzeugbauers keiner weiteren Wärmebehandlung. Daher können durch Nutzung dieses Werkstoffs Kosten und Emissionen für eine weitere Wärmebehandlung eingespart werden. Dabei ist der Werkstoff aufgrund seiner geringeren Härte bei Raumtemperatur sehr gut bearbeitbar. Hinzu kommt, dass das Legierungskonzept ebenfalls dazu beiträgt, CO2 Emissionen zu reduzieren. Diese Argumente treten neben den Kosteneffekten immer stärker in den Fokus der Beschaffung!