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14. September 2015

Deutsche Edelstahlwerke investieren in neue Wärmebehandlungslinie

Die Deutschen Edelstahlwerke (DEW) haben mit den Bauarbeiten für eine neue Abschrecklinie im Wittener Walzwerk begonnen. Bis Sommer 2016 will der Hersteller und Verarbeiter von Spezialstahl-Langprodukten eine in die Walzlinie integrierte Wärmebehandlungslinie und Abschreckstrecke installieren. Dafür investierte das Tochterunternehmen der SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe rund 17 Millionen Euro.

„Mit dieser Investition können wir unsere Walzprodukte im Abmessungsbereich bis 250 mm Durchmesser nicht nur qualitativ besser, sondern auch deutlich energieeffizienter und klimaschonender produzieren. Eine „Win-Win-Situation“ für unsere Kunden, die Umwelt und auch für uns. Schließlich müssen die DEW als energieintensives Unternehmen und in Anbetracht hoher Energiepreise in Deutschland, kontinuierlich neue Wege entwickeln, um Energiekosten zu sparen und damit ihre Existenz zu sichern“, fasst Walzwerksleiter Alfred Weiß die Benefits der Maßnahme zusammen.

Sobald die Linie in Betrieb ist, können die Edelstahlwerke die nach dem Walzen im Produkt vorhandene Wärme nutzen, um durch gezieltes Abkühlen oder Abschrecken des Stahls auf einer neuen Kühlstrecke die gewünschten Werkstoffeigenschaften einzustellen. Im Vergleich zum aktuellen Prozess, bei dem das Material für die Wärmebehandlung häufig an andere DEW-Standorte oder zu externen Dienstleistern befördert wird, ein deutlich energieeffizienterer, kostengünstigerer und klimaschonenderer Prozess. Der Energieeinsatz für das Aufheizen des Stahls wird deutlich geringer und klimabelastende Zusatztransporte für eine separate Wärmebehandlung entfallen.

Weniger LKW-Transporte von Witten aus
Rund 1/3 der Wittener Walzprodukte sollen zukünftig innerhalb der Walzlinie wärmebehandelt werden. „Wir gehen davon aus, dass wir jährlich rund 30.000 Megawattstunden Erdgas einsparen und damit rund 6.000 Tonnen CO2 weniger produzieren werden. Dabei ist der mit den LKW-Transporten entfallende CO2-Ausstoß noch nicht mit eingerechnet“, erläutert Weiß die positiven Effekte der Investition.

Im März 2016 soll mit der Installation der neuen Anlagenkomponenten begonnen werden. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. „Da wir das Projekt während der laufenden Produktion realisieren, mussten Teile der Lagerhaltung und Maschinen angrenzender Produktionsbetriebe in andere Hallenbereiche verlegt werden. Nach der Bereinigung des Baufelds konnten wir zu Beginn des März mit den Aushebungen und Pfählungen beginnen. Anschließend folgen die Fundamentarbeiten zur Installation der Analgenkomponenten“, berichtet Weiß.
Insgesamt sind rund 70 Mitarbeiter in der Walzstraße beschäftigt. Für den Wittener Standort ist die neue Abschrecklinie im Walzwerk nach der Modernisierung des Sekundärmetallurgischen Zentrums im Stahlwerk, die zweite Großinvestition innerhalb von vier Jahren. Eine weitere Investition für die Zukunft.