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14. September 2015

Moderne Technik sorgt für Perspektive im Walzwerk Siegen

Premiere erfolgreich bestanden - am 21. August 2015 haben die Deutschen Edelstahlwerke, ein Tochterunternehmen der SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe, das neue Kühlbett im Siegener Walzwerk in Betrieb genommen.

14 Millionen Euro hat der international operierende Hersteller von Langprodukten aus Spezialstahl in die Modernisierung der Anlage investiert, die für Stäbe im Abmessungsbereich von 20 bis 90 Millimeter konzipiert wurde. Von der Investition profitieren vor allem Edelbaustahlkunden wie Automobilzulieferer und Kaltumformer, die den Stahl häufig als sichtbare Komponente des späteren Bauteils einsetzen. „Mit dem neuen Kühlbett können wir die Qualität unserer Walzprodukte noch einmal deutlich verbessern, so dass wir ab sofort bestens aufgestellt sind für die wachsenden Anforderungen unserer Kunden“, freut sich Walzwerksleiter Dr. Thomas Helsper.

Darüber hinaus haben sich die Prozesssicherheit und Durchlaufgeschwindigkeit im Walzwerk Siegen dank der Investition deutlich erhöht.
Mit dem neuen Kühlbett werden engere Längentoleranzen erreicht und eine wesentlich bessere Geradheit reduziert den Aufwand in der Adjustage deutlich. „Wir gehen davon aus, dass sich die Durchsatzleistung im Walzwerk jetzt um etwa 10 Prozent erhöht“, so Helsper.

Die Mitarbeiter freuen sich wiederum über einen modernen und ergonomisch ausgestatteten Steuerstand, über dessen Bildschirme sie den kompletten Walzprozess im Auge haben. Insgesamt sind an der Siegener Walzstraße aktuell rund 105 Mitarbeiter beschäftigt.
 
In der Umsetzung eine Ausnahmemodernisierung
Insgesamt standen dem von Anlagenbauer SMS Meer koordinierten Projektteam nur sieben Wochen für die umfangreichen Baumaßnahmen zur Verfügung. „Damit die Deutschen Edelstahlwerke ihre Kunden ohne Einschränkungen weiter beliefern konnten, mussten die regulären Wartungsstillstände für die Umsetzung ausreichen. Ein straffer Zeitplan, denn normalerweise kalkulieren wir für solche Projekte eher drei Monate. Gute Planung war also das A und O “, berichtet Projektleiter Stefan Schulte von SMS Meer. Im dreiwöchigen Sommerstillstand 2014 wurden bereits der größte Teil der Fundament- und Kabelkanalarbeiten erledigt  Im Sommerstillstand 2015 dann kamen sieben Bagger zum Einsatz, die die alten Anlagen innerhalb von sechs Tagen abrissen. Die noch fehlenden restlichen Fundamente wurden parallel zum Abriss gebaut. Die einzelnen Komponenten der neuen Anlage erreichten das Siegener Werk auf 39 LKWs und 18 Schwertransportern – eine logistische Meisterleistung. „Wir waren froh, mit SMS Meer erfahrenen Partner an unserer Seite zu haben“, lobt Walzwerksleiter Dr. Thomas Helsper.